Donnerstag, 9. September 2010
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Nichts: Was im Leben wichtig ist. Roman


Nichts: Was im Leben wichtig ist. Roman Nichts: Was im Leben wichtig ist. Roman
Autor: Janne Teller
Broschiert  - 139 Seiten  - Hanser
Erscheinungsdatum: 2010-07-26
ISBN:3446235965
Amazon-Preis: EUR 12,90
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Rezensionen von Lesern:

Das Buch ist wirkich sehr sehr gut. Es ist zwar sehr hart und direkt geschrieben aber wie ich finde sehr realitätsnah. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und war einfach nur fasziniert und gleichzeitig auch geschockt. Ich denke als Jugendbuch ist es grenzwertig zumindest sollte man Jugendlich damit nicht allein lassen. Aber als z.B. Schullektüre finde ich es fantastisch. Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen!

Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmst mögliche
Wendung genommen hat.
Leider ist es hier nicht der Fall.

Die Gesichte ist etwas zu kurz geraten, hundert Seiten mehr hätten es schon sein können.
Es liest sich ähnlich wie "Der Vorleser" schnell, einfach, aber deswegen auch echt.

Es geht im großen und ganzen um den Sinn des Lebens und ob es sich überhaupt lohn etwas zu tun oder nicht.

Wenn man den Film "Sieben" gesehen hat und sich noch an die Szene in der Bar erinnern kann, als Morgan Freeman versucht Brad Pitt zu erklären, dass alles sinnlos ist und Brad Pitt es nicht wahrhaben will, kann man sich das Buch eigentlich sparen, weil mehr wird man hier auch nicht erfahren.

An "Der Vorleser" und ähnliche Bücher reicht dieses Werk leider nicht ran, deswegen nur drei Sterne von mir.

Ziemlich harter Tobak. Obwohl es als Jugendbuch klassifiziert ist, kann ich mich nicht erinnern, jemals etwas Heftigeres gelesen zu haben. Kann einen schon ganz schön runterziehen, denke ich. Ich bin gerade erst damit fertig geworden ... und ich habe das Gefühl, jetzt echt erstmal darüber nachdenken zu müssen, was eigentlich etwas bedeutet. Und was nicht. Und was ist Bedeutung eigentlich?
Jedenfalls ein guter Einstieg in die Philosophie. Wie gesagt: Danach muss man sich auf jeden Fall ein paar Fragen stellen. Wer davor aber nicht zurückscheut, dem kann ich das Buch absolut empfehlen!

Bedeutung, Sinn, Unsinn, Manipulation, Kulturverfall, Naivität, Schuld und Selbstwert - das sind die Fäden, aus denen diese Geschichte gesponnen ist. Die Analogien zu William Goldings "Lord of the Flies" (Herr der Fliegen) ist unverkennbar: Eine Rotte Jugendlicher verroht, vergisst Kultur und Pflicht und final kommt es zur ultimativen Eskalation. Auch die Symbolik weist erhebliche Parallelen auf: Niedere Kreaturen werden getötet oder gequält und was bei Golding die Brille war, ist hier der Finger - Repräsentant für Bildung und Kultur. Das Thema also ist nicht neu, das Setting aber realer und für Jugendliche gut nachvollziehbar - anders als der Schiffbruch auf einer Insel der Verwahrlosung spielt "Nichts" mitten im (romantisierten) Schüleralltag. Der Plot ist teilweise etwas brüchig und naiv, insgesamt aber gut für die angesprochene Zielgruppe arrangiert.

"Nichts" sollte Standard für den Religionsunterricht werden: Eine Anregung zum kritischen Denken und freigeistiger Auseinandersetzung mit dem Selbst und der Frage, was einem wichtig ist. Die konfessionsfreie Betrachtung von Bedeutung oder Sinn eröffnet Schülern die unvoreingenommene Möglichkeit, ihre eigene Religion zu finden und das völlig frei von klassisch-kirchlicher Indoktrination. Die Chance, als Atheist oder Nihilist zu enden, ist für formbare Geister recht hoch - die Chance, irritiert zurückzubleiben jedoch auch. Grundsätzlich ist "Nichts" keine Lektüre für unter 16jährige und für labile Geister auch nicht ungefährlich.

Ein brilliantes wunderbares verstörendes klares verwirrendes Buch. Für mich das wichtigste Buch seit Jahren, weil es überrascht, weil es an Schmerzgrenzen geht, weil es anregt, ohne klar Position zu beziehen. Und ich liebe es für Formulieren wie "Die Tür lächelte. Es war das erste Mal, daß ich sie das tun sah". Trotzdem sollte man sich von dem lockeren Plauderton nicht täuschen lassen, dies ist keine harmlose Strandunterhaltung. Jane Teller geht schnell dahin, wo es wehtut. Wozu Menschen bereit sind, wenn sie ihr Leben spüren wollen, auch wenn sie anderen Schmerz zufügen um den ihnen angetanen Schmerz zu kompensieren. Es bleibt jedem selbst überlassen, die Position von Pierre im Pflaumenbaum anzunehmen, die Protagonistin tut dies aus gutem Grund nicht, und hütet eine Streichholzschachtel Asche als Erinnerung. Definitiv nicht für jeden Jugendlichen geeignet, und definitiv für Erwachsene zu empfehlen. Wir, die wir schon mit leeren Gesichtern durch eine leere Welt voller Bedeutungslosigkeit streifen. Das Buch schließt mit der Warnung, "daß man mit der Bedeutung nicht spaßen soll". Nicht wahr?